In meinen Geschichten mach ich genau das: Ich spare das Thema Outing meistens aus. Nicht, weil es unwichtig wäre, sondern weil ich mir eine Welt wünsch, in der Queerness selbstverständlich ist. Eine Welt, in der niemand erklären muss, wen er liebt.
Die Realität sieht anders aus.
Als ich jung war, wurde mir oft geraten, mich lieber nicht zu outen. Ich könnte von der Schule fliegen, keinen Job finden oder ausgegrenzt werden.
Die 16jährige Keys hat sowas von darauf gepfiffen.
Nicht, weil sie besonders mutig war, sondern weil ihr das Verbiegen und Verstecken noch schlimmer vorkam.
Heute, zwanzig Jahre später, begleitet mich das Thema noch immer.
Nicht jeden Tag, aber oft genug.
Wenn meine Frau und ich unterwegs sind. Wenn wir uns in der Öffentlichkeit berühren. Wenn ich abschätze, ob ich gerade die Energy für Blicke oder Kommentare habe.
All das erinnert mich daran, dass Queerness noch immer keine Selbstverständlichkeit ist.
Und genau deshalb bedeutet Pride für mich, Raum einzunehmen.
Für mich selbst, für die Menschen, die das früher nicht konnten und für all jene, die es heute noch nicht können, weil ihr Umfeld, ihre Familie oder ihr Land ihnen diesen Raum verwehren.
Es ist völlig okay, Angst zu haben. Es ist völlig okay, unter dem Radar zu fliegen.
Aber ich bin sichtbar.
In meinen Geschichten. Für die jugendliche Keys, die sich nicht verstecken wollte und für alle, die es gerade noch müssen.
Happy Pride Month. 🏳️🌈🖤