Buch beendet!

Ich habe gerade mein aktuelles Romanprojekt Shades of Us beendet. Es ist nicht einmal eine halbe Stunde her, und ich dachte, ich halte diesen Zustand einmal fest, solange er noch frisch ist.

In den letzten Wochen bin ich dem Ende immer näher gekommen, und irgendwann bin ich vollständig in die Geschichte gefallen. Jeden Abend bin ich eingetaucht. Tagsüber habe ich gearbeitet, mein Privatleben vernachlässigt und bei jedem Moment, in dem ich etwas anderes gemacht habe, gedacht: Ich will zurück an meinen Schreibtisch. Zurück zu Emily und Elizabeth.

Heute habe ich dem Ganzen mit dem letzten Kapitel ein Ende gesetzt.

Die Geschichte zu Shades of Us habe ich vor ein paar Jahren begonnen. Dann kamen Zweifel, Leben, und irgendwann auch The Score of Our Life dazwischen. Nach diesem Release, der sich wie ein Aufatmen angefühlt hat, war ich bestärkt. Ich habe mich wieder an das Manuskript gesetzt, es verändert und als zweites Buch nach The Score of Our Life gedacht. Keine zusammenhängende Fortsetzung, aber verwandt im Kern.

Während ich mich in TSoOL mit dem Raum für Kunst auseinandergesetzt habe, geht es in Shades of Us neben der Liebesgeschichte auch um kreative Hingabe. Um das, was passiert, wenn man sich einer Sache wirklich ausliefert. Und darum, was es kostet.

Als ich wieder zu schreiben begonnen habe, habe ich mich so sehr nach dem zweiten Akt gesehnt. Mein Herz war bereit, aber die Charaktere waren es nicht. Sie waren kontrolliert und scheuten sich vor Gefühlen. Es war furchtbar. Nicht einmal Musik haben sie richtig gehört. Emily hat sich sogar von mir abgewandt.

Also habe ich in Stille geschrieben.

Und diese Stille war außen so wie innen unerträglich. Als ich dann endlich im zweiten Akt angekommen bin, war es wie ein Luftschnappen. Ab da war ich gefangen. Mein Alltag bestand nur noch aus dieser Geschichte zwischen Emily und Elizabeth.

Wie fühlt es sich an, das letzte Wort zu schreiben, wenn man die letzten Wochen nur dort gewohnt hat?

Ich habe eine emotionale Achterbahnfahrt hinter mir. Es schlagen noch immer zwei fremde Herzen in meiner Brust, wenn ich in mich hineinfühle. In kürzester Zeit habe ich zwei fremde Leben gedacht und gefühlt. Und ich habe sie dorthin geführt, wo ich es mir für sie gewünscht habe.

Das ist gut.

Also fühle ich mich gerade sehr zufrieden. Überwältigt, aber zufrieden.

Natürlich ist da auch dieses leise Gefühl von Verlust. Aber ich weiß genau: Es ist nicht vorbei. Meine wunderbaren Testleserinnen sind gerade noch dran. Und sobald meine Lektorin das Manuskript in die Finger bekommt, werde ich wieder eintauchen dürfen. Ich freue mich schon jetzt darauf, weil Emily und Elizabeth zwei sehr besondere Menschen in meinem Leben geworden sind.

Schon schräg irgendwie.

Aber so ist es wohl als Autorin. Ein Leben voller imaginärer Freunde, die dich nachts wachhalten.

Hier noch ein paar Vibes, die Shades of Us mitbringt (mehr dazu in den nächsten Wochen und Monate):

  • academia meets rock photography
  • slow burn → sudden fire
  • creative calling
  • New York City at golden hour
  • control vs. desire

Song des Tages: Dizzy von Siouxsie and The Banshees